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Männliche Harninkontinenz

Die Inkontinenz des Mannes ist dabei, ihren bestehenden Tabu-Charakter abzulegen und so wie auch die der Frau als behandelbare Krankheit ins allgemeine Bewusstsein zu treten. Die Therapie muss allerdings die anatomischen Unterschiede, sowie die unterschiedlichen Entstehungsmechanismen der Inkontinenz beim Mann berücksichtigen.

Man unterscheidet zwei Arten von Harninkontinenz: Urge- oder Dranginkontinenz und Belastungsinkontinenz (früher Stressinkontinenz). Dranginkontinenz ist beim älteren Mann oft Ausdruck einer Restharnbildung im Zuge einer Prostatahyperplasie oder Infekt bedingt. Weiters findet sie sich im Verlauf von neurologischen Erkrankungen mit gestörter Detrusorfunktion, der sogenannten instabilen Blase. Ebenso kann sie Ausdruck von Tumoren in der Blase oder der Prostata sein. Eine urologische Kontrolle ist daher dringend erforderlich.

Belastungsinkontinenz beim Mann ist oft nur als Folgeerscheinung von operativen Eingriffen an der Prostata durch Schädigung des Schließmuskels bzw. der Nervenversorgung.zu finden. Im Vordergrund steht hierbei die Belastungsharninkontinenz nach radikaler Prostataentfernung, die oft nur passager ist. Durch gezielte Beckenbodengymnastik lässt sich oft wieder eine zufriedenstellende Kontinenz herstellen. Manchmal bleibt jedoch eine Belastungsharninkontinenz bestehen, die einer weiteren chirurgischen Therapie bedarf.

Belastungsharninkontinenz lässt sich auch beim Mann in drei Schweregrade unterteilen.

Grad I: Verlust im Stehen mit geringem Harnverlust bei starken Stressmanövern, wie Niesen, Husten, schwerer körperlicher Arbeit.
Grad II: Verlust im Sitzen oder Stehen mit Harnverlust schon bei geringen Stressmanövern wie Lachen, Aufstehen und geringer körperlicher Tätigkeit.
Grad III: Verlust im Liegen, fast ständiger Harnverlust