Vitamin D und Vitamin D – Mangel

24. August 2015 14:28 | admin Kategorie: ,

Gegen Ende des Winters haben 57% aller mitteleuropäischen Erwachsenen einen Vitamin-D-Mangel mit Vitamin-D-Spiegeln unter 20 µg/l .Nur wenige Nahrungsmittel, die wir regelmäßig zu uns nehmen, enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin D. Daher stellt die direkte Sonneneinstrahlung fast die einzige natürliche Quelle für dieses wichtige Vitamin mit endokriner Wirkung dar.

Ein optimaler Vitamin-D-Spiegel liegt bei 25-OH-Vitamin-D-Spiegeln zwischen 30 – 70 µg/l vor. Bei Vitamin-D-Spiegeln unter 30 µg/l sinkt die intestinale Calcium-Absorption deutlich ab, gleichzeitig kommt es bereits zu einem Anstieg des Parathormons. Umgekehrt erhöht sich die intestinale Calciumabsorption um ca. 50%, wenn der Vitamin-D-Spiegel von 20 auf 32 µg/l angehoben wird. Vitamin D wird in der Haut ausschließlich unter UV-B-Einfluss gebildet. Sonnencremes und Tagescremes mit Lichtschutzfaktor vermindern daher bei diffusem Licht die ohnehin in unseren Breiten zwischen November und März schon mangelhafte Vitamin-D-Bildung. Personen, welche täglich Hautcremes mit Lichtschutzfaktor verwenden, sollten daher, vor allem im Winter, ihren Vitamin-D-Spiegel kontrollieren und Vitamin D3 einnehmen. Obwohl die Strahlungsquellen in Solarien überwiegend UV-A bilden, reicht die geringe UV-B-Strahlung der Solarien bei regelmäßiger (wöchentlicher) Anwendung für ausreichende Vitamin-D-Spiegel aus. Während Einwohner von Ländern um den Äquator fast durchgehend Vitamin-D-Spiegel über 30 µg/l ausweisen, wird geschätzt, dass weltweit ca. 1 Mrd. Menschen unter einem Vitamin-D-Mangel mit Vitamin-D-Spiegeln < 20 µg/l leiden. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und der Knochendichte. Erst bei 25-OH-Vitamin-D-Werten von 40 µg/l und mehr wird die maximale Knochendichte erreicht [9]. Da in nördlichen Breiten über das Tageslicht sehr viel weniger Vitamin D gebildet werden kann als in südlichen, ist die Osteoporose insbesondere eine Erkrankung der Einwohner nördlicher Breiten. Die Häufigkeit einer Schenkelhalsfraktur beträgt in Oslo und Stockholm ca. 3500 je 100.000 Frauen, in Singapur nur etwa ein Zehntel davon (ca. 300 je 100.000 Frauen).

Neben den Wirkungen auf den Calciumstoffwechsel wirkt Vitamin D antiproliferativ und weist außerdem eine positive Wirkung auf das Immunsystem auf. Personen in nördlichen Breiten haben entsprechend ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krebsarten, z. B. M. Hodgkin, Kolon-, Pankreas, Prostata-, Ovarial-, Mamma-CA und viele andere Krebsarten. Ein Vitamin-D-Spiegel unter 20 µg/l ist mit einer um 30-50% erhöhten Inzidenz an Kolon-, Prostata- und Mammakarzinomen mit ebenfalls erhöhter Mortalität an diesen Erkrankungen assoziiert.

Auch auf die Insulinresistenz und die Prävention eines Typ-II-Diabetes hat Vitamin D einen günstigen Einfluss. So konnte eine Behandlung mit 800 IE Vitamin D und 1200 mg Calcium/Tag das Risiko für einen Diabetes Typ II um 33% im Vergleich zu Personen, mit weniger als 400 IE Vitamin D und 600 mg Calcium pro Tag reduzieren. Klassifizierung der Vitamin-D-Versorgung (modifiziert nach [2]):25-OH-Vitamin D [µg/l]
< 5 schwerster Vitamin-D-Mangel
5 – 10 schwerer Vitamin-D-Mangel
10 – 20 Vitamin-D-Mangel
20 – 30 suboptimale Vitamin-D-Versorgung (relativer Mangel)
30 – 50 optimaler Vitamin-D-Spiegel
50 – 70 obere Norm
70 – 150 überdosiert, jedoch nicht toxisch
> 150 Vitamin-D-Intoxikation

Bei allzu starker Exposition mit direktem Sonnenlicht besteht die Gefahr der Entstehung von Hautkrebs.

Die American Academy of Dermatology empfiehlt daher in ihrem Positionspapier vom November 2008, den Vitamin-D-Bedarf durch eine medikamentöse Zufuhr und nicht durch vermehrte Sonnenlicht-Exposition zu decken.

Therapieempfehlungen (Vitamin D3)

Prophylaxe:

– Kinder und Jugendliche: bei mangelnder Sonnenlichtexposition sowie grundsätzlich im Winter: 400 – 1000 IE täglich (zb Oleovit 20-25 Tropfen einmalig pro Woche, oder D3 Solarvit Junior&co 200 IE 1x täglich)

– Erwachsene mit mangelnder Sonnlichtexposition sowie im Winter: 800 – 1000 IE/die, (zb. Oleovit 20- 25 Tropfen einmalig pro Woche oder D3 Solarvit 1000 IE 1xtäglich)

– Personen über 50 Jahre: 800 – 1000 IE/die (z.b. Oleovit 20- 25 Tropfen einmalig pro Woche oder D3 Solarvit 1000 IE1x täglich)

– Schwangerschaft und Stillzeit: 1000 – 2000 IE, (z. B. Oleovit 2-5 Tropfen pro Tag oder D3 Solarvit 1000 IE 1x täglich, bzw D3 Solarvit Pro Mobil 2000 IE)

Bei nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel (Vitamin D-Spiegel < 20 µg/l):

– 8 Wochen lang 1x wöchentlich 20.000 IU Vitamin D3 (z. B. Oleovit 50 Tropfen pro Woche, oder D3 Solarvit Pro Med 3000 IE )

– Wenn danach der 25-OH-Vitamin-D-Spiegel weiterhin unter 30 µg/l liegt, weitere 8 Wochen diese Therapie durchführen,

– ansonsten danach 20.000 IU Vitamin D3 alle 2-3 Wochen dauerhaft, sofern keine vermehrte Sonnenlicht-Exposition

Selbst eine einmalige Dosis von 300.000 IE Vitamin D3 per os ist bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel nicht toxisch.

(dieser Artikel wurde gekürzt und etwas abgeändert, dh Vit D Präparate, die in Österreich erhältlich sind eingefügt, den Originalartikel können sie unter www.labor-enders.de/vitamin_d.html im Volltext inklusive Quellenangaben lesen)

Ergänzung zum Präparat Oleovit:

Vit D3 ist, entgegen den Ausführungen im Beipacktext von Oleovit in den üblichen oben genannten Dosierungen auch in der Schwangerschaft nicht toxisch und führt nicht zu kindlichen Schädigungen.